Lüderitz

Karte - Lüderitz

Am Atlantik, umgeben von Wüste und dem Diamantensperrgbiet liegt auf nackten Fels gebaut die Stadt Lüderitz. Benannt ist sie nach dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz (1834 - 1886), der hier 1883 einen Handelsposten errichtete. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Küstenstreifen seit dem 18. Jahrhundert nur von Wal- und Robbenfängern, sowie Guanosammlern genutzt, die den Naturhafen als Stützpunkt gebrauchten.

Der Portugise Bartolomeu Diaz, der im Auftrag seines Königs das Kap der Guten Hoffnung umsegeln sollte, landete am Weihnachtstag des Jahres 1487 als erster Europäer in der geschützten Bucht von Angra Pequena. Nach alter portugisischer Sitte errichtete er am 25. Juli 1488 an seinem Landeplatz ein Steinkreuz (Padrão) mit Wappen und Inschrift.

Brandung
Leuchtturm am Diaz Point
Blick vom Diaz Point auf den rauhen Südatlantik

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Der Leuchtturm am Diaz Point

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Padrão am Diaz Point
Steg zum Diaz Point
Der von Bartolomeu Diaz aufgestellte Padrão

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Den Padrão erreicht man über einen Holzsteg

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Am 1. Mai 1883 hatte Heinrich Vogelsang, ein Mitarbeiter von Lüderitz, in dessen Namen den Hafen Angra Pequena und das angrenzende Hinterland von 5 Meilen von Nama-Kapitän Joseph Fredericks aus Bethanien gekauft. Der Kaufpreis betrug 100 £ (oder umgerechnet 10 000 Reichsmark) und 200 Gewehre. Aufgrund der Kaufverhandlung und des Kaufpreises nahm Fredericks an, daß eine Meile 1,6 km umfasse. Lüderitz und sein Unterhändler legten allerdings deutsche Meilen à 7,4 km zugrunde, worüber sie Fredericks jedoch bewußt im Unklaren gelassen hatten...

Felsenkirche
Goerke-Haus
Die Felsenkirche, das Wahrzeichen von Lüderitz

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Die Magistratsresidenz von Lüderitz - das Goerke-Haus

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Was Lüderitz bewogen haben mag, den in den Augen der Einheimischen wertlosen Küstenstreifen zu kaufen, der zudem aus Kapstadt mit Trinkwasser versorgt werden mußte, ist nicht einfach zu erklären. Für ihn stand die Errichtung einer Handelsstation im Vordergrund. So vermutete er im Hinterland Bodenschätze, denn in später mit den Nama abgeschlossenen Verträgen war von Bergbaukonzessionen die Rede. Ob Lüderitz die Absicht hatte eine deutsche Kolonie zu gründen, wie ihm manchmal nachgesagt wurde, ist allerdings fraglich. Entsprechende von ihm vor 1883 gemachte Äußerungen sind jedoch überliefert.

Im weiteren Verlauf des Jahres erweiterte der Kaiserliche Kommisar und Afrikaforscher Gustav Nachtigal die Lüderitz'schen Kaufverträge zu Schutz- und Freundschaftsverträgen. Die Briten, denen die deutschen Aktivitäten im süden Afrikas zu weit gingen reagierten mit der Blockade des Hafens durch ein Kriegsschiff. Auf drängen von Lüderitz wurden seine Gebiete im April 1884 offiziell unter den Schutz des Reiches gestellt - die erste deutsche Kolonie in Afrika war gegründet.

Noch heute sind die bedeutendsten Bauwerke der Stadt der deutschen Kolonialzeit zuzuordnen. Zu ihnen zählen u.a.:

Anker
Kapps-Hotel
Ein kleiner Park im Zentrum der Stadt

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Der Ballsaal des alten Kapps-Hotels

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Blick auf den Hafen
Hotel 'Zum Sperrgebiet'
Blick von der Felsenkirche auf den Hafen

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Noch heute zeugen deutschsprachige Schilder von der Vergangenheit

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Mit der Fertigstellung der Bahnlinie nach Keetmanshoop und den Diamantenfunden begann im Jahre 1908 der Aufstieg der Stadt. Der Diamantenboom lockte Tausende von Menschen in den Wüstenort. Als sich jedoch ab 1930 der Diamantenabbau immer weiter nach Süden in Richtung Oranjemund verlagerte, verlor Lüderitz seine Bedeutung als Handelshafen. Auch der Fischfang und die Fischverarbeitung, die bereits seit 1909 als zweites Standbein aufgebaut wurde, konnten die Stadt nicht vor dem Abstieg retten.

Heute ist vom Fischfang lediglich die Kabeljau- und Hummerfischerei sowie die Weiterverarbeitung von Meeresprodukten übriggeblieben. Durch den Bau einer modernen Diamantenschürfanlage in der Nähe der Stadt (1991), der Entdeckung des Erdgasfeldes "Kudu", 200 km südwestlich der Stadt, und dem weiter ansteigenden Tourismus erlebt Lüderitz hoffentlich wieder eine neue Blütezeit.

Nachdem die Einwohnerzahl zwischenzeitlich auf unter 2000 (1970) gesunken war, leben nach neuesten Schätzungen heute wieder rund 5800 Menschen in der Stadt.


Touristisch gesehen ist Lüderitz trotz der isolierten Lage abseits der klassischen Routen immer einen Besuch wert. Neben den historischen Gebäuden beeindruckt vor allem die Atmosphäre der Stadt. Einplanen sollte man auf jeden Fall den Besuch der nahegelegenen Geisterstadt "Kolmanskuppe" im umgebenden Diamantensperrgebiet.

Ein Ausflug zum Diaz Point läßt erahnen mit welchen widrigen Naturbedingungen die dort ansässigen Menschen bis heute leben müssen - auf der einen Seite der kalte tosende Südatlantik und auf der anderen Seite die heiße endlos erscheinende Sandwüste.


Tip:

Warme und windabweisende Kleidung ist empfehlenswert!

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